Projektergebnisse des Projekts "Wir sind die Nachbar*innen der Wollankstraße"

Klicken Sie hier, um die Ergebnisse nachzulesen.
 

Vor dem Hintergrund, dass es bislang kaum Wissen, Zugang und wenig Berührungspunkte mit den Bewohner*innen in der Wollankstraße gibt, wird in dem Projekt "Wo ist die Nachbarschaft? Wir sind die Nachbar*innen der Wollankstraße" aufsuchende Nachbarschaftsarbeit betrieben. Dabei geht es in erster Linie darum, individuelle Perspektiven zu berücksichtigen und dass Menschen, über die sonst geredet wird, selbst das Wort ergreifen. Es soll gezielt Distanz und Anonymität zwischen der Bewohner*innenschaft in der Wollankstraße und des gesamten Soldiner Kiezes abzubauen.

Wer sind die Bewohner*innen der Wollankstraße und was sind ihre Geschichten, Anliegen, Sorgen und Wünsche?

Wie nehmen Sie den Kiez wahr und wie bewegen sie sich durch ihn?

Welche Angebote nehmen sie in Anspruch? Von welchen Angeboten, Institutionen und Akteur*innen haben sie noch nicht gehört?

Den Nachbar*innen der Wollankstraße eine Stimme geben

Übergeordnetes Ziel des Projekts ist, den Nachbar*innen im Gebiet eine Stimme zu geben, sie dadurch sichtbar zu machen und zu stärken. Weiterhin soll den Nachbar*innen der Wollankstraße auch nachhaltig einen Zugang zur nachbarschaftlichen Kiezarbeit ermöglicht und interkulturelle, nachbarschaftliche Ankerpunkte geschaffen werden.

Das Projekt wird von der Nachbarschaftsetage FOS und dem Verein Mensch im Mittelpunkt e.V. durchgeführt.

Die interessanten und für den Kiez repräsentativen Projektergebnisse können Sie hier nachlesen!

"Ah, ihr macht wieder die Spielstraße!" - Die Soldiner Nachbarschaft erlebt, wie sich ein Ort verändern kann

Das Projekt „Alles Rollt“ hat einen erfolgreichen Sommer mit sechs durchgeführten temporären Spielstraßen im Soldiner Kiez hinter sich. Die Straßen haben sich für einen Tag in einen Freiraum für die Nachbarschaft verwandelt und so lebendigen Austausch und eine Vielzahl von Aktivitäten für Groß und Klein ermöglicht. Organisiert und durchgeführt wurde das Projekt von Ines und Markus von der Stiftung FREIZEIT. Die beiden haben Erfahrung mit Interventionen und partizipativen Prozessen im öffentlichen Raum, die Spielstraßen waren jedoch auch für sie Neuland. Im Interview geben sie uns einen kleinen Einblick in ihre Arbeit, offene Fragen und Pläne für das kommende Jahr.

Erzählt gerne erst einmal, aus welchem Grund ihr die temporären Spielstraßen organisiert. Was ist eigentlich das Ziel der Spielstraßen?

Ines: Das Ziel der Spielstraßen war eigentlich, trojanisch über nachhaltige Mobilität zu sprechen oder diese als Thema in den Vordergrund zu bringen. Deswegen war die Idee, spaßhaft auf die Straßen zu gehen und zu testen, wie die Straßen anders benutzt werden könnten, als dass sie nur durch Autos besetzt werden. Also eine Alternative anbieten, und so auch mit einem starken Fokus auf die Temporalität die Tür zu anderen Möglichkeiten auf der Straße öffnen. Denn wenn man nicht weiß, was sonst passieren könnte, kann man ja auch nicht schlecht finden, was da passiert.

Markus: Wir haben den Begriff Spielstraße auch stark bezogen auf eine Nachbarschaftsstraße. Viele Anwohnende und Nachbarn hatten immer so ein fokussiertes Bild, wenn sie Spielstraße hören. In den Gesprächen ging es uns sehr stark um die Vermittlung, dass eine Spielstraße nicht auf eine Gruppe Kinder begrenzt ist, sondern eine Möglichkeit für die Nachbarschaft bietet, sich dort zu treffen, auszutauschen und sich plötzlich an einem anderen Ort zu begegnen, der sich kurzfristig in etwas Anderes verwandelt hat. Das ist für uns auch eines der Ziele gewesen.

Wie haben Anwohnende auf die Spielstraßen reagiert? Welche Erfahrungen habt ihr mit Nachbar*innen gemacht?

I: Am Anfang haben sich anscheinend Nachbar*innen beschwert, dass sie nicht so viel mitbekommen haben. Da fehlte vielleicht auch noch ein bisschen das Netzwerk. Langsam haben wir die Strategie verändert und in jeden Briefkasten Postkarten eingeworfen, dann kann es niemand verpassen.

Wo man sehr oft ins Gespräch kommt, ist mit Nachbarn, die ihre Autos in der Straße parken. Bevor die Spielstraße da ist, ist sie nur ein Hindernis für die Autos. Normalerweise kriegt man im Voraus nicht so positive Rückmeldungen, weil die Leute das noch nie gesehen haben und sich nur um ihr Auto kümmern. Aber wenn man da ist, dann finden es alle sehr schön. In diesem Kiez ist es gut, dass wir dieses Projekt machen, denn eine Idee, wofür die Straßen da sein können - außer für Autos - ist nicht so präsent. Autos sind hier im Kiez sehr wichtig.

M: Bei den ersten zwei Spielstraßen in Kooperation mit den Schulen lief es so: Die Spielstraße begann um 14 Uhr und um 14 Uhr war die Spielstraße voll. Und wenn da die Nachbarn ihre Köpfe aus dem Fenster gesteckt haben und gesehen haben, dass die Spielstraße sich tatsächlich füllt, hat es natürlich immer eine sichtbare Nutzung gespiegelt.

Wir haben auch gemerkt, dass es ganz schwer ist, die Spielstraße als Nachbarschaftsstraße zu vermitteln. Aber es hat schon auch kleine Kooperationen mit den Nachbarn gegeben. Die Biesentaler Straße war die einzige Straße, wo wir tatsächlich auf der Suche waren: Wer gibt uns Strom? Wo kriegst du Wasser her? Wo kriegst du noch einen extra Stuhl? Einer hat uns da plötzlich die Tür aufgemacht und Strom zur Verfügung gestellt. Und dann kam noch ein Nachbar und meinte: „Wenn ihr was braucht, ich habe eine große Werkstatt hinten“.

I: Was man merkt ist tatsächlich, die Netzwerke gehen dann auf, wenn man vor Ort ist und Sachen macht. Man erreicht die Leute beim Machen und beim Dasein.

Was ist eure Erfahrung mit den Spielstraßen bisher? Was waren schöne Momente, was waren oder sind Herausforderungen?

M: Die schönen Momente, die ich immer mitnehme, sind: Diese Kinder haben so viel Spaß diese Straße mit Spielen zu erobern. Und das sind auch nicht die ausgefuchstesten Spielgeräte, sondern es sind oft ganz einfache Dinge. Aber das auf der Straße zu machen und selbst plötzlich diesen Platz zu bekommen, der sonst immer Anderen gehört, das ist cool. Und auch, wenn Nachbarn vorbeikommen und sagen: „Ah, ihr macht wieder die Spielstraße!“ Das motiviert einen. Das rechtfertigt die Anstrengung. Auf manche Kommentare könnte man verzichten, darf man sich aber auch gar nicht zu sehr drauf einlassen.

I: Es ist super lustig und macht für uns Spaß auf der Straße zu sein. Man ist total auf den Moment konzentriert, weil es so eine besondere Situation ist. Und man kommt ins Gespräch mit Leuten, wir fühlen uns wie ein Teil der Nachbarschaft, auch wenn wir nicht dort leben. Weil man einfach in diesem permanenten Austausch ist, das ist etwas sehr Schönes.

M: Was total hilft ist, im Kiez sozusagen involvierte Komplizen zu haben. Das schweißt einen zusammen, man fühlt sich dann auch nicht alleine mit der Spielstraße, sondern man unterstützt sich gegenseitig. Das macht auch viel Energie, im positiven Sinne, und man fühlt sich ein Stück weit in dem Kiez zu Hause. Das hilft sehr, dass sich da auch Kooperationen zwischen den ohnehin aktiven Gruppen ergeben.

I: Eine Frage die uns beschäftigt, ist: Was ist besser für den Kiez? Ist die Spielstraße an sich schon die Botschaft? Wie können wir das Thema nachhaltige Mobilität obendrauf noch als Botschaft mitteilen?

M: Wir haben ja auch immer die Idee einer Podiumsdiskussion gehabt, damit wir dieses Thema „Nachhaltige Mobilität“ auch breiter mit dem Publikum vor Ort austauschen und besprechen können. Was schon aufgrund der Mehrsprachigkeit sehr schwierig ist. Wir hatten in der Biesentaler jemand vom VCD, die war dann ein bisschen verloren. Es gab alles an Aktivität, Spiel und Austausch, aber was wir subversiv versuchen mit dem Ideensammler zu sammeln, kann nicht plötzlich auf ein Podium gehoben und in eine Theorie eingestiegen werden. Wo ja alles über praktische Erfahrung läuft.

Mit der Bühne war es sonst total schön. Zum Beispiel als die Rapperin Kiki gespielt hat. Da waren Familien, die wir schon allein aufgrund der Sprache nie hätten abholen können, die haben plötzlich ihre Kinder auf die Bühne gehoben, um Fotos zu machen. Man hat dann gemerkt was passiert, wenn man sozusagen den Nerv der Leute trifft. Die haben dann schon gemerkt, wie sich eine Straße, wie sich ein Ort verändern kann. Das war plötzlich etwas, das sehr gut funktioniert hat. Aber wie man dieses Thema dann weiter vertiefend in die Nachbarschaft bringt, müssen wir noch weiter überlegen.

Wir hatten auch einen superschönen Moment, als ein Mädchen mit ihren Freundinnen vor uns stand und meinte: „Ich hab heute hier Fahrradfahren gelernt“. Also das sind ganz kleine Momente, aber das ist sozusagen ein Funke – und wenn der überspringt, ist es natürlich großartig. Es ist auf jeden Fall etwas Sichtbares passiert, was man subversiv gut mit dem Thema Nachhaltigkeit und Mobilität verknüpfen kann.

Was sind eure Pläne für die kommende Saison, was nehmt ihr mit ins neue Jahr?

I: Gedacht war ursprünglich, bevor wir dieses Jahr gemacht haben, dass wir das zweite Jahr wirklich ins Rollen gehen und draußen an den Spielstraßen das ganze Jahr Seifenkisten bauen. Wir müssen jetzt aber erstmal schauen, ob das eine gute Strategie ist, ob die Leute sich drauf einlassen, mitzubauen. Das ist etwas, wo wir uns Gedanken machen müssen, ob das eine gute Strategie ist - weil es sehr spezifisch und sehr „bauintensiv“ ist.

Was wir uns daher für kommendes Jahr überlegen müssen ist, ob wir - wie jetzt - viel Programm machen, damit Leute noch mehr davon mitkriegen und mehr teilnehmen. Oder ob wir immer weniger machen, damit es den Nachbarn mehr Platz lässt, ihre eigenen Sachen zu machen. Die Wirkung ist natürlich anders. Es ist dann realistischer, wenn es ein Selbstläufer sein soll – vielleicht hat es dann mehr Zukunft. Bisher sind wir so damit umgegangen, dass wir erstmal eine Sichtbarkeit erzeugen wollten, damit klar ist: Hier passiert was, hier ist etwas Neues, und nicht nur eine gesperrte Straße. Das ist die Überlegung, in welche Richtung es gehen sollte.

M: Etwas, was für die Zukunft extrem wichtig ist: Jetzt haben wir noch ein Jahr, wo wir mit im Boot sind. Rollt es dann aus? Bleibt das ganze Projekt dann stehen? Oder schiebt es jemand anderes wieder an und bringt es weiter ins Rollen?

Was wir gemerkt haben ist, dass wir schon eine Vernetzung haben, beispielsweise mit dem Theater 28, mit dem ElisaBeet, mit Kompass. Es gab Akteure, Vereine, die sich total gut angedockt haben an die Spielstraßen und die gekommen sind. Aber es braucht jemand, der diese Straße in eine Spielstraße verwandelt. Und da haben wir keine Akteure. Wenn wir weg sind, wer kann dann diese Struktur liefern? Wie können wir Leute mit reinholen, die diesen Prozess von Anfang an mitmachen? Es muss sehr unkompliziert sein und innerhalb einer großen Struktur organisiert sein.

I: Ich weiß auch nicht, ob eine temporäre Spielstraße zu einer festen Fußgängerzone hinauslaufen soll. Das ist natürlich schön, aber diese Temporalität, dieser temporäre Charakter, was auch das Herz unserer Arbeit ist, das macht alles so anders. Wenn es so fest und institutionell ist, ich weiß nicht, ob es so viel Spaß machen würde. Aber so, dieser Eroberungseffekt, dieses „Wow, Wir dürfen hier sein, wir sind mitten auf der Straße und das ist jetzt unsere“ – das macht Spaß. Ich bin voll für das Temporäre, das dann ein Mal im Monat oder in der Woche stattfindet. Die Temporalität ist erstmal ein guter erster Schritt, sie lässt Platz für unterschiedliche Meinungen und Bedürfnisse.

Für uns war es eine sehr positive Saison, wir haben total viel gelernt. Aber wir wissen noch nicht, wie es sich genau entwickeln wird und sollte. Wir freuen uns sehr, dass wir noch ein Jahr dran sind, dass wir Dinge verbessern oder neue Sachen probieren können.

Brücken zwischen den Generationen

Von Spielenachmittagen über das gemeinsame Anlegen von Kräuterbeeten oder Bastelaktionen bis hin zu ausgedehnten Kiezspaziergängen – es wurden seit 2017 viele Brücken zwischen Jung und Alt gebaut. Zum 31.12.2021 endet das Projekt „Brückenbauer“ des gemeinnützigen Projektträgers Mirada Berlin (ehemals Memoriafilm). Zeit Bilanz zu ziehen.

Warum brauchen wir diese Brücken?

Der Austausch zwischen Jugendlichen und Senior*innen hat in den letzten Jahrzehnten abgenommen. Während die Eltern oft noch mit mehreren Generationen unter einem Dach aufgewachsen sind, kennen Jugendliche solche Lebensformen kaum. Auch die Auswanderung nach Deutschland, die Teil der Herkunftsgeschichte vieler Jugendlicher im Soldiner Kiez ist, hat Familien auseinandergebracht. Dadurch kommt es oft zu einer Entfremdung zwischen den Generationen. Vorurteile verfestigen sich.

An dieser Stelle setzt das Projekt „Brückenbauer“ an: Schülerinnen und Schüler der 9. Jahrgangsstufe der Quinoa Schule aus Berlin- Wedding lernen im Laufe eines Schuljahres Seniorinnen und Senioren aus Seniorenheimen in der Nachbarschaft kennen.

Durch gemeinsame Aktivitäten findet ein Austausch über die unterschiedlichen Lebensrealitäten statt. Dadurch wird die Sozialkompetenz der Jugendlichen gestärkt, sie werden an Berufe in der Altenpflege herangeführt. Vor allem wird die Toleranz zwischen den Kulturen, Generationen und Religionen gefördert.

Jung und Alt begegnen sich

Vor Beginn des Aufeinandertreffens haben sich die Jugendlichen im Unterricht intensiv auf die Begegnungen vorbereitet: Welche Herausforderungen bringt das Alter mit sich? Welche Unterstützungsmöglichkeiten für Senior*innen gibt es? Auch über den Tod und das Sterben wurde gesprochen. Die Themen waren nicht immer einfach, aber von großer Wichtigkeit, um die Lebensrealitäten der älteren Menschen zu verstehen und um eigene Ängste diesbezüglich abzubauen. Aha-Momente gab es auch eine ganze Menge. Fragebögen an die eigenen Großeltern und Besuche des Pflegestützpunktes Wedding sind weitere Beispiele aus der Vorbereitungsarbeit.

Die Begegnungen fanden seit 2017 in unterschiedlichen Seniorenheimen statt. Wir besuchten das Seniorendomizil an der Panke, das Seniorenheim am Schäfersee und zuletzt begegneten sich Jung und Alt in den Räumlichkeiten der Seniorenresidenz Fürsorge im Alter in der Schulzestraße. Dort gab es kleine Gesprächskreise über verschiedene Themen, ein gemeinsames Plätzchenbacken für die Weihnachtsfeier. Nach dem Jahreswechsel 2019/2020 wurden persönliche Wünsche für‘s neue Jahr am Wunschbaum zusammengetragen.

Und dann kam Corona...

Leider sind auch an uns die Auswirkungen der Coronapandemie nicht spurlos vorbei gegangen. Persönliche Begegnungen sollten in pandemischen Zeiten reduziert werden– erst recht mit älteren Menschen. Die Seniorenheime mussten ihre Bewohner*innen schützen, daher mussten die persönlichen Begegnungen gegen Ende des Projektes ausgesetzt werden. Alternativ schafften wir kurzzeitig einen digitalen Austausch mit Hilfe kurzer Filme, in welchen die jungen Menschen von sich und ihrem Leben erzählten, ihre Lieblingslieder sangen und ihren Alltag zeigten. So konnten zumindest die Senior*innen am Leben der Schüler*innen teilnehmen.

Erfahrungen für die Zukunft

Sowohl zu Beginn eines jeden Schuljahres als auch zu dessen Ende, hielten die Jugendlichen ihre Sorgen bezüglich des Projekts schriftlich fest und formulierten ihre Meinungen zu alten Menschen und Seniorenheimen. Dadurch wurde die eigene Veränderung innerhalb eines Schuljahres für sie und für uns Projektleiter*innen deutlich sichtbar. In allen Fällen konnten Ängste abgebaut werden, die Kommunikation mit älteren Menschen und die Besuche in den Seniorenheimen wurden zur Normalität für die Schüler*innen. Vor allem für diejenigen, welche die Chance hatten ihr Praktikum in den Einrichtungen abzuhalten. Die Mitarbeit der Schüler*innen wurde von der Pflegeleitung stets gelobt und es gab sogar Ausbildungsangebote für sie, nach erfolgreichem Schulabschluss.

Unser Fazit

Nicht nur die Jugendlichen und Senior*innen haben viel voneinander gelernt. Auch wir als Projektträger haben viele wichtige Erkenntnisse für unsere Arbeit mitgenommen. Zukünftig werden wir vorab die Senior*innen intensiver auf die Zusammenkünfte vorbereiten. Der Grund hierfür ist, dass es vor allem bei den ersten Begegnungen hier und da zu Missverständnissen kam. Jugendliche verhalten sich nicht immer so, wie es ältere Menschen erwarten. Dass dem Verhalten kein böser Wille zu Grunde liegt, war eine wichtige Erkenntnis für die Senior*innen. Auf diese und ähnliche Dinge möchten wir die älteren Menschen in Zukunft im Vorfeld besser vorbereiten.

Dankeschön

Wir bedanken uns bei allen mutigen Teilnehmenden, die sich getraut haben, ihre Komfortzone zu verlassen, neue Erfahrungen zu sammeln und ungewohnte Begegnungen zuzulassen. Ein großer Dank gilt auch dem Pflegepersonal, welches die Begegnungen erst ermöglicht hat und den Lehrkräften und der Schulleitung der Quinoa Schule, die stets offen sind für Projekte, in denen Schüler*innen die Möglichkeit gegeben wird sich über die klassischen Schulfächer hinaus zu entwickeln.

Außerdem möchten wir uns bei dem Quartiersmanagement und dem Quartiersrat Soldiner Straße und den Fördergebern für die Möglichkeit der Umsetzung unseres Projekts bedanken.

Wie geht es weiter?

Wir freuen uns daher sehr, dass wir ab dem kommenden Jahr 2022 mit unserem neuen Projekt anno dazumal wieder einen Beitrag für mehr Generationendialog und den Abbau gegenseitiger Vorurteile leisten können. In diesem Projekt besuchen mehrere kleine Gruppen von Schüler*innen wöchentlich mehrere Demenz-WGs, lernen dort die Bewohner*innen und ihre Krankheit kennen und werden für kurze Zeit Teil der Wohngemeinschaft.

Wir freuen uns schon jetzt auf viele neue Gesichter und spannende Geschichten!

 

 

Das Projekt Brückenbauer wurde von 2017 – 2021 gefördert mit Mitteln aus dem Städtebauförderungsprogramm Soziale Stadt.

Weitere Informationen über „Brückenbauer“ sind auf unserem Projektblog zu finden:

brueckenbauerberlin.wordpress.com

 

 

 

Der Zwischenzug ist gemacht

Schach Campus Soldiner Kiez modernisiert zu Corona-Zeiten sein Schach-Angebot und berechnet neue Varianten für Schachmiteinander

Kaum ein Lebenszusammenhang wurde durch die Regelungen des Corona-Managements nicht betroffen. Im Soldiner Kiez mit seinen drei Grundschulen und mehreren Kitas und sonstigen Einrichtungen betraf dies seit März 2020 jeden, der unmittelbaren Kontakt zu seinen kleinen und großen „Kunden“ hatte. Das Mitte 2019 gestartete Schachprojekt mit Namen Schach Campus Soldiner Kiez machte hier keine Ausnahme und versuchte – wie jeder Einzelne und jede Organisation – die Gegebenheiten des täglichen Wirkens anzupassen.
Die Idee des Schach Campus Soldiner Kiez fußt auf dem Gedanken, dass ein universelles Spiel wie Schach alters- und generationsunabhängig einen Nutzen bietet. Für die Kleinen in der Kita ist es Hilfe bei der Schulvorbereitung, in der Grundschule werden Lernfertigkeiten und soziale Kompetenzen gefördert und entwickelt und im Erwachsenenalter sind es geistige Fitness und Begegnung, die auch ohne viel Sprache funktioniert. Es ist – wie die in 2020-21 sehr erfolgreiche und mehrfach ausgezeichnete Netflix-Serie „Damengambit“ zeigt – ein Denksport, der zwar unspektakulär aussieht, aber wie jeder Sport Motivation, Konzentration und Fair Play in unterschiedlichen Facetten hervorbringt. Viele Menschen begeistern sich nun – auch weil der Lockdown ihnen die Zeit verschaffte – mit der Herausforderung, ihre Figuren zu einem harmonischen Zusammenspiel zu dirigieren. Das Spielen im Internet verschafft dem Spiel einen zusätzlichen Kick und somit ist es die perfekte Plattform um die sonstige analoge Begegnung mit digitalen Formaten zu verbinden.
In der Hinsicht im Soldiner Kiez Bildungseinrichtungen durch Schach in ihrem Lehrauftrag zu unterstützen und dabei digitale Modernisierung mitzudenken, hat das Schachprojekt die Auszeiten vom Präsenzunterricht genutzt, um neue digitalen Lernmaterialien und Lernmethoden zu entwickeln und Schule bei Hybridunterricht zu unterstützen. Daneben wurden verschiedene Angebote für Bewohner des Kiezes vorbereitet und können für die Zeit des hoffentlich bald wiederkehrenden, normalen Alltags genutzt werden. Zwei Bausteine dieses in Berlin in einer räumlichen Nachbarschaft neuartigen Angebots sollen hier mit ihren Perspektiven skizziert werden.

Das Lernen lernen!
Alle Schulen stellen sich der Herausforderung digitales Lernen zu realisieren. Das Schachprojekt bietet hier in mehrfacher Hinsicht einen Zusatznutzen. Der gleiche Stoff kann sowohl digital wie analog vermittelt werden. Schachlernen ermittelt sehr genau, welche Lernfähigkeiten ein Schüler hat und wo sich Fertigkeiten wie Konzentration, Übersicht, Zeitmanagement, Alternativensuche und Entscheidungsverantwortung verbessern lassen. Es ist quasi ein Lernen des Lernens! Schülern, Lehrern und Eltern kann mit dieser Lernstandentwicklung gezeigt werden, welche Logik in bestimmten Lerninhalten gegeben ist und wie man sich diese erschließt.
Das Schachprojekt stellte in 2020-21 einen Fundus von 10.000 Aufgaben in neuer digitaler Form zusammen, der jetzt in kleine Lerneinheiten für jedes Alter angepasst zur Anwendung kommt. Dabei wurde auch viele Quellen aus internationalen Lernmaterialien ausgewertet und zusätzlich wurden für grundlegende Themen vom Schachprojekt Lernvideos gedreht, die einerseits via digitaler Pinwand im Hybridunterricht zum Einsatz kommen und die Basis für den Aufbau eines Schachlernservers bilden. Diese Lernformen werden nicht nur für den schulischen Bereich zum Einsatz kommen, sondern stehen bereit, in einem bisher unterschätzen Gebiet zu wirken.

Schach ist geistige Fitness!
Wenn wir Lernen erweitern wir unser Wissen und stärken die Arten, wie wir mit Wissen umgehen können. Doch es ist eine genau so wichtige Lebensaufgabe, seine Fähigkeiten zu pflegen, viele Informationen genau und passend einsetzen zu können. Schach regt den Geist an, flexibel zu reagieren und jede eindimensionale und überhastete Entscheidung zu vermeiden. Das kann im Berufs- und Privatleben helfen und lindert im Alter Formen des geistigen Verfalls. Das Gehirn begibt sich beim Schach in eine Art Fitnessstudio für den Kopf und dient im erweiterten Sinn der Gesundheitsvorsorge! So wie junge Menschen durch Schach in ihrer Persönlichkeitsentwicklung mitgeprägt werden, so kann der Erwachsene durch Schach mit unterschiedlichen Nachbarn und Mitmenschen eine gemeinsame Beschäftigung finden, die das Denken rege hält und eine Anknüpfung für den Austausch über gemeinsame Themen bietet (z.B. für Eltern mit Kindern auf verschiedenen Schulen, für Neubewohner zum Kontaktknüpfen oder für ältere Menschen zur Teilnahme am Kiezumfeld)
Leider konnten durch die Corona-Einschränkungen in dieser Hinsicht Angebote für alle Bewohner des Kiezes nur vorbereitet, aber noch nicht in Begegnungen realisiert werden. Wer seiner Gesundheit durch die Beschäftigung mit Schach eine Gefallen tun möchte, muss regelmäßig „am Brett sein“. Hierzu soll es Lernangebote geben. Diese sollen die Hemmschwelle des zu Unrecht als kompliziert geltenden Spieles überwinden und neben der üblichen Beschäftigung am Brett auch die verschiedenen digitalen Möglichkeiten rund um das Denkspiel zeigen. Daneben sollen künftig Events im öffentlichen Raum, auf Plätzen oder an besonderen Orten (wie Müllmuseum, Theater 28 oder NachbarschaftsEtage), die Schwelle überwinden, sich gemeinsam diesem „Prüfstein des Gehirns“ widmen (so meinte es der berühmte deutsche Dichter Johann Wolfgang von Goethe).

Wer mehr zu den Schachangeboten derzeit möglichen und künftigen Aktivitäten rund um Schach erfahren möchte, kann sich bei QM einen Kontakt zu den Projektbeteiligten vermitteln lassen. Eine neue Webseite wird ab Anfang 2022 auch über den Kiez hinaus zeigen, warum das Spiel hilft, immer einen Zug voraus zu sein. Wer möchte nicht über diese Schlagfertigkeit verfügen oder einen Zwischenzug (*) finden?

(*) Anmerkung: Ein Zwischenzug beim Schach ist eine überraschende Wendung, die eine geplante Idee durch eine zusätzliche Wirkung noch stärker werden lässt.

Kiezveranstaltungen

Im Veranstaltungskalender sind alle künftigen Termine von QM-Projekten im Soldiner Kiez eingetragen. Hier stehen Berichte über zurückliegenden Veranstaltungen.

Generalprobe für den Pop-Up-Wald

Pop Up Wald
Eine mobile Bank mit integriertem Baum - das ist Pop-Up-Wald. Foto: Pop-Up-Wald

Die Freienwalder Straße hat sich am 22. September von 14 bis 18 Uhr in eine Spielstraße verwandelt. Unter den Gästen war auch der Pop-Up-Wald. "Wir haben eine Generalprobe mit den Prototypen gemacht, um zu testen was besser sein könnte", sagt Daniel Dilger vom Verein Paper Planes e. V. Paper Planes ist Träger des Projekts Pop-Up-Wald.

Die Rückmeldungen zu den Erstausgaben waren positiv. "Vor allem mit dem großen Baum fühlt man sich sogar mitten auf der Straße geborgen", zitiert Daniel Dilger eine Teilnehmerin. Kinder wüssten die Möbel kreativ zu nutzen. Sie verwenden zum Beispiel den fahrbaren Tisch zum Basteln. Für Erstaunen und Begeisterung sorgte der Moment, als die Möbel mit den Bäumen sich in Bewegung setzten. Der Pop-Up-Wald ist mobil, die Möglichkeit zum einfachen Verschieben und Umsetzen der Möbel inklusive Baum ist Grundgedanke des Projekts. "Das macht Eindruck", sagt Daniel Dilger. 

Der Termin für die Vorstellung der Prototypen war gut gewählt. Zum Tag der autofreien Straße, an dem sich die Kita in der Freienwalder Straße beteiligte, kamen viele Gäste. So machte sich das Projekt im Kiez gut bekannt.

Der Bau der Testmöbel benötigte drei Wochen jeweils drei Tage pro Woche. Design, Bauen und Testen waren zeitintensiv. Herausgekommen sind nun vier verschiedene Designs für die mobilen Stadtmöbel mit eingebauten Baum. Für den Bau hat sich Paper Planes e.V. fast 100 Meter Holzdielen bestellt. Eines der Holzmöbel wiegt ohne Baum etwa 70 Kilogramm, mit Baum rund 100 Kilogramm. Für den Test pflanzte Paper Planes einen Kirschlorbeer. Weitere Baumarten für die anderen beweglichen Möbel werden demnächst geliefert.

Die nächsten Auftritte sind in Vorbereitung. Wenn alles klappt, wird der Pop-Up-Wald einmal vor der Stephanuskirche, vor dem Spielplatz zwischen Drontheimer Straße und Koloniestraße und je einmal in einem Innenhof in der Prinzenallee und in der Wollankstraße aufploppen.

Das Projekt wird durch das Quartiersmanagement Soldiner Kiez über den Projektfonds mit Mitteln des Programms Sozialer Zusammenhalt (zuvor Soziale Stadt) gefördert. Die Webseite des Trägers hat die Adresse www.paper-planes.net.

Im Netz finden sich mehr Infos zum Pop-Up-Wald auf Facebook und Instagram und in den nächsten Tagen auch auf der Website popupwald.de. Außerdem gibt es ein paar Fotos im Fotobeitrag Baumschule.

5. Oktober 2020

Schüler weiht mit toller Rede Zauberbude ein

Tammo
Tammo weiht Zauberbude ein. Foto: Carl-Kraemer-GS

Schüler Tammo H. aus der 6. Klasse der Carl-Kraemer-Grundschule steht ohne Scheu vor den vielen Erwachsenen und bedankt sich im Namen der Schülerfirma für die neue Zauberbude. Er hat seine Rede gut vorbereitet und man merkt seine Begeisterung. Hut ab vor der Leistung des Jungen.

Wir haben die Rede mitgeschnitten und auf YouTube hochgeladen.

Die Hütte wurde Anfang September fertig und kann nun von der Grundschule genutzt werden. Unter anderem wird die Schülerfirma die Zauberbude nutzen. Der Name Zauberbude leitet sich von der Idee ab, dass sie vielfältig nutzbar ist und sich gewissermaßen verwandeln kann.

Das Besondere an der neuen Hütte auf dem Schulhof ist, dass sie zusammen mit den Kindern entworfen und geplant wurde. Wenn nicht Corona dazwischen gekommen wäre, hätten sie auch beim Bauen geholfen. Richtfest war im Mai.

Der Bau der Zauberbude ist ein Projekt, das vom Quartiersmanagement gefördert wird. Träger ist bauereignis.

16. September 2020

Virtueller Museumsbesuch möglich

Virtueller Museumsbesuch auf www.muell-museum.de möglich. Grafik: Müll Museum Soldiner Kiez

Ab sofort ist ein digitaler Rundgang durch das Müll Museum Soldiner Kiez unter der eigenen Webadresse www.muell-museum.de möglich. Im angeschlossenen Blog informieren die Macherinnen Lena Reich und Susanne Schuzlze-Jungheim über aktuelle Themen zu Müllvermeidung, Nachhaltigkeit und Konsum im Soldiner Kiez und in der Welt.

Aufwändig erstellte Objektfotografien zeigen 27 Kunstwerke des Museums. In der Prinzenallee und nun auch online sind Exponate zu sehen, die aus Littering, Sperrmüll und Hausmüll entstanden sind. Die Objekte sind in Zusammenarbeit mit der Nachbarschaft entstanden. Von einem Döner aus Knete über das gefundene Fahrrad bis zur Bretterhütte auf Rädern, die fein ausgearbeiteten Kunstwerke erzählen die Geschichte des Kiezes und seiner Bewohnerschaft seit den 1930er Jahren.

Der Blog versammelt Interviews, Artikel und Reportagen. Lehrkräfte können so auf ein Repertoire zurückgreifen, das für die Unterrichtsvorbereitung nützlich ist oder sich über das Müll Museum informieren. Schreibende sind aufgerufen, in Absprache mit der Redaktion Texte zu verfassen, die online veröffentlich werden. „In erster Linie richtet sich der Blog an Museums-Interessierte. Es ist wichtig, dass wir nachhaltige Themen in vereinfachter Sprache darbieten und nicht moralisierend wirken. Jeder, der sich an das Einmaleins des sozialen Miteinanders hält, kann mitmachen!“, sagt Lena Reich. 

Die Website des Müll Museums Soldiner Kiez ist ab sofort online. Sie ist im klassischen Design gehalten und lässt die Objekt sprechen. Interessierte sollen sich ohne Ablenkung einen informativen Überblick über das Museum machen können.

Über das Müll Museum

Ausgehend vom Müll erzählt das Müll Museum Soldiner Kiez die jüngste Geschichtedes Soldiner Kiezes und seiner Bewohnerschaft. In Kooperation mit Schulen und Nachbarschaft werden Workshops durchgeführt, anhand wilder Müllkippen kunsthistorisches Basiswissen sowie nachhaltiges Entsorgungs- und Konsumverhalten vermittelt. Seit September 2019 erfolgt der Aufbau einer Mietergruppe zur Wiederaufnahme der Kommunikationen zwischen Nachbarschaft und Hausverwaltungen.

Das Müll Museum wird durch das Programm Sozialer Zusammenhalt gefördert. Träger ist das Interkulturelle Theater.24. Augsut 2020

Grüntaler: Einweihung der neuen Spielobjekte

Hüpfspiel
Das bekannte Hüpfspiel "Himmel und Hölle". Foto: Gruppe F

Am 19. August wird die verschönerte Grüntaler Promenade eingeweiht. Flyer: Gruppe F"Es gibt ein tolles Programm an drei Stationen", verspricht die Gruppe F, die in den letzten Jahren die Umgestaltung der Grüntaler Promenade vorangetrieben haben. Bei dem Fest am Mittwoch (19.8) kann bei einem Slackline-Workshop das eigene Gefühl fürs Gleichgewicht trainiert werden. Die Schachtische stehen für königliche Duelle bereit.

Auf der Bühne wird ein Schattentheater zu sehen sein. "Und auch das Grüntal-Monster schaut vorbei", sagt Gruppe F. Getränke und ein paar Snacks stehen bereit.Die Landschaftsarchitekten Gruppe F unterzogen den Grünstreifen auf der Grüntaler Straße zwischen der Osloer Straße und der S-Bahn-Unterführung einer Schönheitskur. Gemeinsam mit der Bevölkerung im Umkreis der Promenade wurden die besten Ideen für eine Verschönerung gesucht und gesammelt. Im letzten Jahr wurden die Ideen getestet. "Anwohnende sind herzlich eingeladen, sich weiterhin mit ihrem Engagement einzubringen und die Promenade auch in Zukunft zu einem aktiven, nachbarschaftlich genutzten Ort zu machen", so Gruppe F.

Wer Interesse hat eine Patenschaft für die Staudenfläche oder die Slackline zu übernehmen oder über weitere Aktionen informiert werden möchte, kann sich an Bettina Walther von der Gruppe F wenden: walther@gruppef.com | 030 6112334

Das Beteiligungsprojekt zur Verschönerung der Grüntaler Straße unter dem Namen "GrüntalErLeben" wird mit Mitteln der Sozialen Stadt vom Quartiersmanagement über den Projektfonds ermöglicht.

31. Juli 2020

Richtfest für eine Zauberbude im Schulhof

Richtfest
Richtfest für die Holzhütte "Zauberbude". - Foto: Andrei Schnell

Richtfest unter Corona-Bedingungen: die Erbauer fehlen. Schülerinnen und Schüler verschiedener Klassenstufen der Carl-Kraemer-Grundschule haben im Herbst 2019 gemeinsam mit Adriaan Klein und Anna Mayberry von Bauereignis eine Hütte für den Schulhof geplant. Nun mussten sie bei einem wichtigen Höhepunkt während des Baus ihrer Bude zu Hause bleiben. Nur einzelne Schülerinnen und Schüler, die derzeit in der Notbetreuung in der Schule sind, konnten beim Aufbau mithelfen und beim Richtfest dabei sein. "Es wird aber noch eine Einweihung geben, da gibt es noch eine richtige Feier", sagt Projektleiterin Katharina Sütterlin.

Zauberhütte kann vieles sein

Entstanden bis jetzt ist ein Rohbau, der die imposante Höhe der Hütte zeigt. 5,30 Meter wird sie einmal emporragen. Im Innenraum werden später zehn Quadratmeter zur Verfügung stehen. Auch eine Eckbank wird noch eingebaut.

"Wir werden die Hütte zum Beispiel das freitägliche Elterncafé nutzen", sagt eine Lehrerin, die auch die Schülerfirma anleitet. Sie möchte, dass die Schüler aus der Hütte heraus am letzten Schultag der Woche Kaffee und Kuchen verkaufen. Andere mögliche Nutzungen sind Unterrichtsstunden im Fach Naturwissenschaften. Umweltbildung ist hier das Stichwort. Die Hütte kann aber auch eine Spielhütte für die Pausen sein.

Die Vielfalt der Nutzungen ist der Grund für den Namen Zauberbude: "Die Hütte kann vieles sein", sagt Katharina Sütterlin.

Mitgewirkt an dem Projekt haben seit September 2019 Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klassen. Sie haben über Nutzungen und Form der Hütte mitentschieden. Auf technische Anforderungen haben die Projektleiter geachtet. So werden die künftigen drei Tonnen Holz auf mobilen Fundamenten stehen. Die Betonsockel liegen auf dem Pflaster. Eine Papierschicht zwischen Untergrund und Zement schützt das Pflaster und sorgt dafür, dass sich die Sockelplatten später rückstandslos entfernen lassen. Einerseits entstand so ein planer Untergrund und das Holz wird nach Regen nicht im Wasser stehen. Andererseits bleibt die Hütte mobil. "Mit einem Gabelstapler kann sie jederzeit umgesetzt werden", verspricht Katharina Sütterlin.

Allgemeine Infos

Bauereignis ist der Name für die Arbeit von Katharina Sütterlin und Susanne Wagner und ihrem Team. Der Zusammenschluss unter dem Dach Bauereignis ist Träger des Projekts Budenzauber. Ziel des Projekts ist es, in Zusammenarbeit mit Schülerinnen und Schülern und Eltern der Carl-Kraemer-Grundschule ein multifunktional nutzbaren Treffpunkt zu errichten.

Bauereignis kooperiert seit 2016 über verschiedene Förderstellen eng mit der Schule. Mehrere Projekte sind bereits umgesetzt worden. Das aktuelle Bau-Event wird durch den Projektfonds des Quartiersmanagements möglich gemacht.7. Mai 2020

Gespräch über Müll in Theorie und Praxis

Stephan von Dassel und Lena Reich
Stephan von Dassel und Lena Reich mit Einladung zum ersten Geburtstag Müll Museum am 13. März. Foto Andrei Schnell
Schild
Schild zum Thema Müll. Foto Andrei Schnell
Einladung Müll Museum
Einladung zur Geburtstagsfeier des Müll Museums im Soldiner Kiez. Grafik Sabine Klopfleisch.

Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel und Lena Reich vom Müll Museum Soldiner Kiez reden über sachdienliche Hinweise, Rassismus, Sperrmülltage und Mieten. Am Freitag, 13. März, feiert das Müll Museum Soldiner Kiez ersten Geburtstag. Aus diesem Anlass trafen sich Stephan von Dassel und Lena Reich, um über ihre jeweilige Sicht auf Müll zu reden. Hier sind Teile des Gesprächs:

Belohnung für sachdienliche Hinweise

Stephan von Dassel: Wir im Bezirksamt haben an einigen Stellen probeweise entschieden, den Müll mit Absicht nicht abholen zu lassen. Wir wollen bei den Bewohnern und Bewohnerinnen ein Bewusstsein dafür schaffen, dass sie uns auch helfen müssen. Wir sagen dann, schauen Sie, so sieht es nach vier Wochen aus, wenn Sie uns nicht helfen und uns informieren, wer das hingestellt hat. Wir überlegen sogar - mal sehen, was für einen Aufschrei das gibt - Belohnungen auszusetzen für sachdienliche Hinweise. Manche sagen, das ist Denunziation. Aber einen alten Kühlschrank raus zu stellen, das ist kein Kavaliersdelikt. Das ist zum Teil auch ein Umweltverbrechen, eine Straftat.

Müll und Rassismus

Lena Reich: Die Diskussion, so wie sie bei uns geführt wird, befeuert die soziale Spaltung, weil sie auf der Ebene des voneinander Abgrenzens funktioniert. Von wegen die Anderen sind schuld. Die Urweddinger sagen, das sind die Türken, und die Türken sagen, das sind die Araber, und die Araber sagen, das sind die Bulgaren, und die Bulgaren sagen, das sind die Rumänen. Es ist immer der Andere, der in der Sprache sehr fremd daherkommt. Andersartig. Das ist eine Art des Redens, wo der Müll selber als Sprachmüll auftritt. Und dass ist das eine sehr rassistische, sehr abgrenzende Sprache.

von Dassel: Haben Sie jetzt Sprachmüll gesagt?

Reich: Ja.

von Dassel: Ich muss sagen, dass ist ein sehr großer Bogen.

Reich: Aber ein wichtiger. Wenn es heißt, die Anderen, die sind Verursacher des Mülls, die sind dreckig, die können nicht richtig trennen.

von Dassel: Wenn ich mal eine Erfahrung beisteuern darf. Wir hatten lange das Problem, mit dem Grillen im Tiergarten. Gegrillt wurde in der Regel von migrantischen Gruppen und Familien. Da hieß es immer, dass so aussieht, wie es aussieht, hat eben auch etwas mit dem kulturellen Hintergrund zu tun. Und das ist aus meiner Sicht falsch. Denn wir haben am Spreeuferweg genauso viel Müll gefunden, verursacht durch Mitglieder eines ganz anderen Milieus. Nur mit dem Unterschied, dass statt Ayranverpackungen Sektflaschen weggeworfen wurden.

Reich: Manche Menschen leben auf Parkbänken, auch im Soldiner Kiez. Ich kenne viele, die aus dem Ausland kommen, die im Abriss unterwegs sind, auf Baustellen – und im Auto wohnen. Sie sind EU-Bürger und genießen ihr Recht auf Freizügigkeit. Aber sie sind in diesem Sinne in unserer Gesellschaft nicht anerkannt. Weil sie Roma sind, weil sie wohnungslos sind oder im Auto sind, weil sie sich anders verhalten als es die preußische Erziehung verlangt hat. Zu denen gesellt sich merkwürdigerweise immer wieder Müll, den jedoch nicht die Roma dahinstellen. Das habe ich mehrmals selbst gesehen.

Sperrmülltage – zweimal im Jahr?

Reich: Die Sperrmülltag sind in unserem Kiez bei den Leuten unglaublich gut angekommen. Das war eine total gute Aktion, weil man gesehen hat, dass alle mitmachen und es war ganz wichtig mal mit den Müllmännern ins Gespräch zu kommen.

von Dassel: Ich finde auch, dass die 2019 an einigen Ecken organisierten Sperrmülltage, super sinnvoll eingesetztes Geld sind. Wir haben festgestellt, dass danach die Straßen nicht so schnell wieder vermüllt waren, weil die Menschen etwas losgeworden sind. Wir können es uns natürlich nicht leisten, dass das alle sechs Wochen passiert. Der gewollte Nebeneffekt der Sperrmülltage in bestimmten Kiezen war, dass wir mit der BSR und der Landespolitik ins Gespräch kommen. Wir müssen mit der Entsorgung von Sperrmüll anders umgehen als bisher. Denn immer weniger Menschen besitzen ein Auto und gewisse Dinge sind einfach sperrig. Ich glaube, wenn die BSR einen Kalender herausgeben würde, auf dem steht, zweimal im Jahr ist Sperrmülltag, dass eine solche Organisation günstiger und preiswerter wäre, als das, wie das jetzt organisiert ist. Nämlich, die BSR kommt, holt das gemeldete Sofa von der Straße und drei Stunden später steht dort ein Stuhl, der dann erneut von der BSR abgeholt werden muss.

Frage: Ist die Ausweitung der Sperrmülltage bloß ein Wunsch?

von Dassel: Nein, da ist die Diskussion schon ziemlich konkret. Viele Beteiligte in Politik und Verwaltung wollen feste Sperrmülltage.

Über Dreck und Mieten

Reich: Was mir Sorgen macht: es gibt weniger Müll und gleichzeitig eine intensivere Diskussion. Da kann man fragen, warum wird ausgerechnet jetzt so heftig debattiert? Zu einem Zeitpunkt, an dem die Mieten steigen. Wer bleibt übrig, wenn alles sauber und schön ist? Wenn es so sauber ist wie in Mitte-Mitte. Dann können sich die Leute die Mieten nicht mehr leisten. Stellen Sie sich den Soldiner Kiez mal total sauber vor!

von Dassel: Ich wehre mich immer dagegen zu sagen, es muss ein bisschen abgerockt aussehen, weil sonst die Mieten steigen. Natürlich ist das Ziel von Politik, die Situation besser zu machen. Deswegen ist Aufwertung für mich überhaupt kein negativer Begriff. Wir wollen es besser machen! Wir wollen die Bildungsabschlüsse der Kinder besser machen, wir wollen die Grünanlagen besser machen, wir wollen die Servicequalität unserer Verwaltung besser machen, wir wollen die öffentliche Ordnung besser machen. Es widerspricht meiner Auffassung von sozialer Gerechtigkeit, damit die Mieten nicht steigen, wird kein Spielplatz gebaut.

Reich: Das wäre nicht die Konsequenz. Das eine würde ja nicht das andere bedingen. Die Frage ist, wie können wir es schaffen – gemeinsam! - dass die Leute bleiben und der Kiez in seiner Aufenthaltsqualität aufgewertet wird.

von Dassel: Das Instrument ist dann jedoch nicht, es nicht attraktiver zu machen. Das Instrument ist dann die Entwicklung einer Mietpreisbremse. Mietendeckel. Milieuschutzgebiet, Mieterberatung.

Reich: Die Leute beschäftigt ganz stark das Thema Müll. Im Müll Museum reden wir mit den Menschen über Müll. Da heißt es, der Hausmeister ist weg, das Facility Management kommt nur alle drei Wochen vorbei. Es gibt hier Häuser, die sind voller Kakerlaken.

von Dassel: Wobei: wir haben für öffentliche Gebäude Hausmeister und Helfer neu eingestellt.

 

Link zur Webseite des Müll Museums Soldiner Kiez

Das Gespräch führten die beiden am 24. Februar. Veröffentlichung am 10.03.2020

Echte Berufe zum Anfassen für Grundschülerinnen und -Schüler

Berufsmesse Berufsbilder Grundschule
Kinderfrage: Verlieren alle Tischler Finger bei ihrer Arbeit? Foto Andrei Schnell.
Berufsbilder Grundschule
Polizistin Bohnert beantwortete die Fragen der Schüler. Foto Andrei Schnell

Mehr als: Wie viel verdienst du? Was Kinder bei einer Berufemesse von Ärztin, Tischler, Polizistin, Fahrradmechaniker und Architektin wissen wollen.

Es wird laut an der Tür. Rund 60 Kinder sind zu hören, die sich vor der Tür der Aula der Andersen-Grundschule in der Kattegatstraße drängeln. Energie liegt in der Luft. Susanne Schulze-Jungheim, eine der Organisatorinnen der Berufsmesse am 30. Januar, ist sofort angesteckt. "Hallo, ihr Lieben", begrüßt die Theaterpädagogin die hereinströmenden Kinder und hat sofort deren Aufmerksamkeit. "Heute könnt ihr eine Ärztin, einen Fahrradmechaniker, einen Architekten, eine Polizistin und einen Tischler kennen lernen!" Und: "Habt ihr alle eure vorbereiteten Fragen dabei?"

Aufgeteilt in fünf Gruppen schieben sich die Grundschülerinnen und Grundschüler um die fünf Tische, an denen die Berufe vorgestellt werden. Beim Tischler dürfen die Kinder einen Nagel ins Holz schlagen, bei der Ärztin in ein Stethoskop hineinhören, der Architekt hat einen Laser zum Messen von Entfernungen dabei. Berufsbilder zum Anfassen.

Unter den vorbereiteten Fragen ist fast immer die nach der Höhe des Gehaltes. Interessant, dass Kinder diesem Punkt eine so hohe Bedeutung beimessen. Die Polizistin, die Präventionsbeauftragte Frau Bohnert, soll sagen, ob sie schon einmal geschossen hat. "Ja, ich weiß, das wollt ihr immer wissen", schmunzelt Bohnert, die regelmäßig Schulen besucht. Sagt dann aber ganz ernst: "Ja, ich habe schon geschossen, zum Glück bislang noch nicht direkt auf einen Menschen." Der Tonfall beeindruckt die Kinder, für einen Moment ist Stille. "Aber etwas anderes ist auch wichtig: Wenn jemand mit einer Pistole oder auch nur mit einem Messer vor mir steht," - sie betont das Wort Messer - "dann dürfte ich schießen."

Von der Ärztin wollen die Kinder wissen, ob sie zum Arzt geht, wenn sie krank ist. Nur auf den ersten Blick eine Kinderfrage. Der Architekt beeindruckt die Schülerinnen und Schüler mit seinem zeichnerischen Können. Der Tischler zeigt seine Hände vor. "Ein Splitter tut meiner Haut nichts, sie ist ganz hart." Auch sind noch alle zehn Finger dran. Oder doch nicht? Die Kinder betrachten die Hände genauer. Tatsächlich, da fehlt ein ganz kleines Stück von einer Fingerkuppe. "Da war ich nur einen Moment abgelenkt", sagt der Tischler ruhig.

Später bereiteten die Klassenlehrer und die Projektbetreuerinnen die Messe in den Klassen nach. In der 5. und 6. Unterrichtsstunde besprächen die Schülerinnen und Schüler das Gelernte. Sie arbeiteten an einer projektbegleitenden Berufe-Mappe.

Die Berufsmesse ist Teil des Projekts "Berufsbilder Grundschule - ich werd' was ich will". "Während mehrerer Projekttage geben wir spielerisch Einblick in verschiedene Berufe, sowohl traditionelle Handwerksberufe als auch moderne Berufe", heißt es in der Selbstbeschreibung des Projekts.

Organisiert wird das Projekt von Caroline Narr, die Geschäftsführerin der Memorialfilm UG ist. Aktuell betreuen das Projekt Josephine Links und Susanne Schulze-Jungheim. Das Projekt Berufsbilder wird über den Projektfonds des Quartiersmanagement mit Mitteln der Sozialen Stadt finanziert. Bis Dezember dieses Jahres können noch viele Grundschüler in die Welt der Berufstätigen schnuppern.

Link zum Projekt Berufsbilder. Mehr Fotos in einem Album auf Facebook.

14. Februar 2020

Was braucht der Soldiner Kiez

Was braucht der Soldiner Kiez
Grafik Quartiersmanagement

Was braucht der Soldiner Kiez? Und wer gestaltet seine Zukunft?

_ Wirksamkeit von Milieuschutz (Wohnen und Wohnumfeld)

Seit knapp einem Jahr ist der Milieuschutz im Kiez aktiv. Wie weit wirkt das Instrument Milieuschutz imSoldiner Kiez? Wo ist das im Kiez bisher erfolgreich? Wo scheitert es? Leider wissen bisher wenigMieter was der Milieuschutz ist und wie sie geschützt werden. Wie gedenkt der Ausschuss die Mieterbesser über Ihren Schutz aufzuklären (über die Mieterberatung hinaus)?

_ Schutz sozio-kultureller Einrichtungen (Nachbarschaft)

Wie werden sozio-kulturelle Einrichtungen im Soldiner Kiez vor Verdrängung geschützt?

_ Müll im öffentlichen Raum (Öffentlicher Raum)

…die Straßen und Spielplätze sind teilweise vermüllt und verwahrlost. Wie will der Ausschuss gegendie Verwahrlosung des öffentlichen Raums vorgehen?_ Nachbarschaftliches Verhalten im Straßenverkehr (Öffentlicher Raum)…die Gehwege und Straßen werden von Autofahrern teilweise missbräuchlich behandelt, Autosparken auf Radwegen und Verkehrsregeln werden an Hotspots missachtet. Wie will der Ausschussgegen die Verrohung im öffentlichen Straßenverkehr vorgehen? In wie weit wird der Ausbauausgewogener und verkehrsberuhigender Maßnahmen wie Zebrastreifen, längere Ampelphasen,Fahrradwege gedacht und umgesetzt?

_ Nutzung von Brachflächen (Nachbarschaft)

Wie können Zwischennutzungen unkompliziert und kurzfristig ermöglicht werden (öffentlich undprivat)? Beispiel Gotenburger Straße / Prinzenallee (degewo/nicht öffentlicher Raum)

_ Sprachbarrieren abbauen (Bildung, Ausbildung, Jugend)

Bei der Arbeit im Kiez fallen immer wieder Sprachbarrieren zwischen den Menschen an.Volkshochschulkurse finden im Kiez wenig anklang. Wie ist der Stand der Sprachcafés im Kiez?Welche Lösungen zum Abbau der Sprachbarrieren über Volkshochschulkurse und Sprachcafés sindfür den Soldiner Kiez geplant?

_ Sprachbarrieren überbrücken (Imageverbesserung und Öffentlichkeitsarbeit)

Der Kiez ist divers und spricht viele Sprachen. Viele Projekte wünschen sich mehrsprachige Flyer undWerbemaßnahmen um die Bürgerinnen zu erreichen. Wann besteht die Möglichkeit mehrsprachigeÖffentlichkeitsarbeit anzubieten?

Diese Wünsche und Bedürfnisse für den Soldiner Kier erarbeiteten Quartiersrat und Quartiersmanagement Soldiner Straße/Wollankstraße gemeinsam. Das Team des QM präsentierte sie dem Ausschuss Soziale Stadt der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) als dieser den Stadtteil vor Ort besuchte und sich am 30. September 2019 für eine Sitzung im Gebiet traf.

Drei Tage lang hieß es: Vorhang auf

Schneiderlein
Aufführung "Das tapfere Schneiderlein" im Projekt Kinder- und Familienfestival. Foto Projekt

Rückblick auf die Herbst-Kinder-Theatertage im Soldiner Kiez. Vom 28. Oktober bis 1. November gab es Theater für Kinder und Jugendliche und ihren Familien sowie Workshops.

Mittwoch, Donnerstag und Freitag (Ende Oktober) gab es ein dreitägiges Kinder- und Familienfestival, bei dem sich alles um internationales, mehrsprachiges und nonverbales pantomimisches Theater drehte. Aufgeführt von Schauspielern für Kinder und Familien wurden sechs Märchen. So konnten die Zuschauer für jeweils 50 Minuten in die Welt von "Der Froschkönig", "Das tapfere Schneiderlein" oder "Aladdin und die Wunderlampe" eintauchen.

Zum Programm gehörten auch theaterpädagogische Workshops. Bei diesen arbeiteten ausgebildete Theaterpädagogen mit Kindern nach der Galli-Methode. Das bedeutet, Teil der Workshops sind Bewegungsspiele, Ausdrucksspiele und Tanzreisen. Ziel der theaterpädagogischen Arbeit ist unter Anderem die Stärkung des Selbstvertrauens, des Sprachverständnisses und Ausdrucksvermögens, der Konzentration und des Rhythmusgefühls der teilnehmenden Kinder.

"Das Kinder- und Familienfestival im Soldiner Kiez bietet Begegnungsmöglichkeiten und Anlass zum Austausch", beschreibt Linda Strangmann vom Theater 28 ein Ziel des Festivals. Das Theater 28 in der Prinzenallee hat das Festival organisiert. "Es ist ein Anlass, der transkulturelle und generationsübergreifende Angebote, der Austausch, Kultur und Begegnung anbietet", heißt es in einer Beschreibung. 

Neben den klassischen Aufführungen im Theatersaal gab es auch Workshops für Kinder und Jugendliche.

Alle Veranstaltungen waren kostenfrei.

Für April 2020 ist eine Wiederholung des Festivals geplant. Dann wird es zusätzlich zu den Saalaufführungen auch Straßentheater geben.

Das Festival wird vom Quartiersmanagement Soldiner Kiez mit Mitteln der Sozialen Stadt über das Projekt "Familien- und Kulturfestival" gefördert.

Weitere Fotos unter Fotoeindrücke oder auf Facebook (auch ohne Registrierung einsehbar).

15. November 2019