Warten auf die grüne Panke / 2027 geschafft?

Seit Jahren hat das Land Berlin vor, die Panke in einen guten ökologischen Zustand zu versetzen. Aktueller Stand: Warten auf die Planfeststellung.

Panke

Ziel: eine Panke ohne Kanalbett, dafür mit Mäander. Foto Andrei Schnell

Ende September soll die Planfeststellung abgeschlossen und damit die konkreten Baumaßnahmen für ein natürliches Pankefließ beschlossen sein. Das war bei einer Infoveranstaltung am 22. August im Soldiner Kiez zu hören. 22 Behörden, 24 Bürger, 17 Träger öffentlicher Belange (zum Beispiel Gas- und Stromversorger) hatten Anmerkungen zu den 2015 erstmals veröffentlichten Umbauplänen des Flüsschens, wie Leonie Goll von der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz sagte. Bis Mai 2017 dauerte diese Anhörung und Phase der Erörterung. Nun, wiederum zwei Jahre später, könnte der Plan offiziell festgestellt werden, wie sich der letzte formale Schritt nennt.

Ziel ist es, die gesamte Panke von den Pölnitzwiesen in Buch bis zum Abfluss in den Nordhafen des Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanals in einen guten Zustand zu bringen. "Ich sage bewusst nicht Renaturierung, sondern Revitalisierung", sagt Leonie Goll. Der Umbau erfolgt nach dem "Strahlkonzept". Auf der Webseite des Senatsverwaltung für Umwelt heißt es: " ökologische Schwerpunkte (Strahlursprünge) sollen sich mit Abschnitten mit wenig Entwicklungspotential (Strahlwegen) nach dem Prinzip des Verbundsystems abwechseln". 

Eine fast naturnahe Panke lässt sich dort herstellen, wo weder Denkmalschutz behindert wie im Schlosspark Pankow noch eine zu dichte Bebauung wie neben den Uferhallen parallel zur Gropiusstraße. An solchen Stellen werde das Idealziel eines Flusses mit Mäandern, Eigendynamik und Totholz nicht erreicht, so Leonie Goll. Dort werde "Ersatzstrukturen" eingebaut. Der Laie kann sich unter Ersatzstrukturen am einfachsten Steine vorstellen, die in den Kanal gelegt werden, um zumindest ein wenig unterschiedliche Fließgeschwindigkeiten auf dem Abschnitt Uferhallen zu erreichen.

Platz dagegen gibt es am Franzosenbecken. Dort soll der vorhandene Deich abgetragen werden, damit die Panke einen anmutig geschwungenen Weg nehmen kann. Auch der Altarm in Höhe der Bibliothek am Luisenbad soll wieder an das Flüsschen angebunden werden.

Im Soldiner Kiez soll die Panke immerhin aufgeweitet werden und das Ufer abgeflacht werden. Deutlich sichtbar wird sein, dass die Kanaleinfassung verschwinden wird.

Anlass für den Rückbau des Pankekanals zu einem möglichst naturnahen Bach ist die europäische Wasserrahmenrichtlinie 2000/60/EG (EU-WRRL). Ziel der vor 19 Jahren beschlossenen Richtlinie war es, bis 2015 alle Gewässer in einen guten ökologischen und chemischen Zustand zu bringen. Aktuell ist es die Hoffnung der Verwaltung bis 2027 die rund 18 Kilometer Berliner Panke so grün wie möglich gemacht zu haben. Wann jedoch die ersten Bagger anrollen, um mit den Umbau zu beginnen, kann noch nicht vorhergesagt werden.

Hintergrundinfos

Informationen zu den Maßnahmen für die Panke auf der Webseite der Senatsverwaltung für Umwelt

Informationen zur Europäischen Wasserrahmenrichtlinie bei Wikipedia und auf der Webseite des Senatsverwaltung für Umwelt

https://www.berlin.de/senuvk/umwelt/wasser/eg-wrrl/de/service/downloads.shtml12. September 2019