Amt hört Bürgern zu / Einige Anregungen werden einfließen

Bei einer Bürgerversammlung zur Sanierung der Gehwege in der Koloniestraße regten Bürger an, über bessere Poller gegen das Parken auf dem Fußweg einzubauen. Auch ein künftiger Radweg war Thema.

Christoph Katerbau

Christoph Katerbau vom Straßen- und Grünflächenamt beantwortet Bürgerfragen. Foto: Andrei Schnell

Eine Vorplanung für die Sanierung der Gehwege in der Koloniestraße hat Markus Fichtner vom Büro „Gruppe Planwerk“ in einer guten Viertelstunde am 17. April gezeigt. Christoph Katerbau vom Straßen- und Grünflächenamt beantwortete im BVV-Saal im Rathaus Mitte anschließend Fragen von 19 interessierten Bürgern. Nach gut einer Stunde war die Informationsveranstaltung zu Ende.

 

Parken auf dem Gehweg

Einige Fragen der Bürger zielten auf das Parken auf dem Bürgersteig. Die vorhandenen Poller seien ungünstig positioniert, um Autos vom Parken im Fußgängerbereich abzuhalten. Oder sie seien zu leicht zu beschädigen. Christoph Katerbau vom Straßen- und Grünflächenamt nahm als Anregung zur Änderung der Vorplanung auf, an ausgewählten Stellen über Poller aus Beton nachzudenken. „Einen Pollerwald wird es aber nicht geben“, stellte er gleichzeitig klar.

Eine Absage musste er der Idee erteilen, Tischtennisplatten als Sperren aufzustellen. „Es ist keine Spielnutzung im öffentlichen Straßenland möglich“, erklärte er, „Aber es gibt durchaus andere so genannte Straßenmöblierungen, über die wir nachdenken können.“

 

Der Kiezplatz

In Höhe des Vorortbüros wurde auf der Koloniestraße vor einigen Jahren ein kleiner Kiezplatz geschaffen, indem die Fahrbahn stark verengt wurde. Dieser Platz ist in der aktuellen Vorplanung als weiß markiert. „Diese Stelle beplanen wir nicht. Sie wird in ihrer jetzigen Form erhalten bleiben“, erklärt Markus Fichtner.

 

Radfahrer

Der Fußgängerweg ist an vielen Stellen der Koloniestraße relativ breit. Dennoch sieht die Vorplanung keinen Radweg vor. Grund sind Vorgaben des Landes Berlin, die Radfahrwege ausschließlich auf Straßen vorschreiben. Aufgrund des Kopfsteinpflasters auf der Koloniestraße ist leicht vorauszusehen, dass weiterhin unerlaubt auf dem Gehweg radgefahren wird. „Sehen Sie sich das von Ihnen mitgebrachte Foto von der Situation vor Ort an! Wo würden Sie mit dem Rad fahren?“, kommentierte dies ein Bürger.

 

Amt nimmt Anregungen auf

Am Ende der Veranstaltung sagte Christoph Katerbau, dass er drei Punkte mitnehmen wird. „Ich habe den Fall mit dem Vertrag zwischen dem Bezirksamt und den von Bürgern gepflegten Blumenkübeln notiert. Ich habe mir die Frage zu den Pollern und dem Gehwegparken aufgeschrieben. Ich kann Ihnen nur wenig Hoffnung beim Thema Radweg auf dem Bürgersteig machen, aber auch das will ich intern noch einmal diskutieren.“

 

Die Plan im einzelnen - das wird saniert

Die Sanierung der Gehwege in der Koloniestraße wird nicht vor 2020 beginnen, die Bauzeit wird wahrscheinlich zwei Jahre betragen. Eine Kostenschätzung durch das Bezirksamt folgt noch. Für die Anlieger ist eine Beteiligung an den Kosten der Baumaßnahme ausgeschlossen.

Die im BVV-Saal präsentierte Vorplanung muss bis zum 30. Juni in einen Entwurf münden. Wenn dieser beschlossen wird, wird er voraussichtlich nach den Sommerferien auf der Internetseite des Bezirksamt veröffentlicht.

Saniert werden ausschließlich die Gehwege. Die Fahrbahn und auch die Bordsteinkante werden nicht verändert. Somit wird auch nichts an der Zahl oder an der Anordnung der Parkplätze geändert. In regelmäßigen Abständen sind Bäume vorgesehen. Diese erhalten größere Baumscheiben, so dass ihnen bei Regen so viel Oberflächenwasser wie möglich zugeführt wird. Alle vorhandenen Querungshilfen – so genannte Vorstreckungen – bleiben erhalten.

Verbaut werden in der Mitte des Gehweges einheitlich die überall in der Stadt anzutreffenden „Berliner Gehwegplatten“. „Sie bestehen aus Beton und verfügen über eine kornierte, rutschfeste Oberfläche“, so Markus Fichtner. Die Kopfsteine an den Einfahrten werden gegen ein gesägtes Pflaster ausgetauscht, so dass sich wie am Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor eine ebene Laufoberfläche ergibt.

Neu hinzukommen werden in der Koloniestraße mehrere Bügel zum Anschließen von Fahrrädern. Die Straßenlaternen werden mit neuen Masten und einer LED-Beleuchtung ausgestattet.

18. April 2018