Zahlen über den Kiez

Im so genannten "Sozialmonitoring Soziale Stadtentwicklung" wird in Berlin die soziale Lage Kiez für Kiez beobachtet.

Langzeitarbeitslosigkeit im Soldiner Kiez seit 2011.

Langzeitarbeitslosigkeit im Soldiner Kiez seit 2011.

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung beobachtet seit 1998 die wirtschaftliche Lage der Menschen. Den Bericht nennt die Behörde "Monitoring Soziale Stadtentwicklung". Das Besondere an dem Bericht ist, dass die Daten für jeden Stadtteil einzeln aufgeschlüsselt werden. So betrachtet der Bericht auch den Soldiner Kiez. Die Zahlen sind also kiezgenau. Wenig überraschend ist das Ergebnis des Zahlenwerks: Der Status-Index ist für den Soldiner Kiez "sehr niedrig". Von den 447 Kiezen in Berlin (amtlich: Planungsraum, LOR) haben 38 den Status "sehr niedrig".

Der Kiez (LOR) des Gebiets Soldiner Kiez trägt offiziell die Nummer 01033101 und heißt offiziell Soldiner Straße. Die Arbeitslosigkeit liegt in diesem Gebiet bei über 13 Prozent. Darin enthalten ist die Zahl von über 4 Prozent Langzeitarbeitslosen. Der Berliner Durchschitt liegt bei rund 7,5 Prozent Arbeitslosigkeit und rund 2,5 Prozent Langzeitsarbeitslose. Über Zweidrittel aller im Kiez lebenden Kinder (unter 15 Jahre) erhalten Transferleistungen, zum Beispiel weil die Eltern Wohngeld beziehen.  

2008 erschien der Bericht erstmals auf Grundlage der "lebensweltlich orientierten Lebensräume LOR". Auch damals wurde das Gebiet Soldiner Kiez "sehr niedrig" eingestuft.

Der älteste online verfügbare Bericht aus dem Jahr 2000 erfasste Umzugsverhalten, Arbeitslosigkeit und Nichtwähleranteil. Auf Seite 46 des Berichts 2000 findet sich der Satz: "Insgesamt läßt sich für Wedding feststellen, dass die soziale Situation durch hohe Arbeitslosenanteile, große Sozialhilfedichte und starke soziale Entmischung äußerst problematisch ist. In besonderem Maße betrifft dies die Gebiete Gesundbrunnen, Humboldthain und Soldiner Straße. Damals wurde noch mit dem Begriff "Statistisches Gebiet" gearbeitet. Das statistische Gebiet Soldiner Straße hatte damals den Sozialindikator 283 von 298. Mit anderen Worten: Niedriger konnte der Indikator damals kaum sein.

Nicht gemessen wird durch den Sozial-Index wie aktiv die Menschen ihr Leben gestalten. Zum Beispiel wie hoch der Anteil der Menschen ist, die Mitglied in einer Partei, einem Sportverein, einer Kirche oder eines Stadtteilladens sind.

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Der aktuelle  Sozialindex für alle Berliner Kieze auf einen Blick: Karte Sozial-Index Berlin und als Tabelle Sozial-Index.

Übersicht über alle Zahlenwerke ab 2000 auf der Seite Monitoring Soziale Stadtentwicklung