Kira Möller vom neuen Büro für Bürgerbeteiligung im Interview

Alle Möglichkeiten sich in Mitte unabhängig von Wahlen einzubringen, kennt Kira Möller. Sie berät Bürger und Verwaltung. Und sie erklärt, was Beteiligung ist, was sie bringt und wo ihre Grenzen sind.

Kira Möller Büro für Bürgerbeteiligung

Kira Möller vom Büro für Bürgerbeteiligung in Mitte. Foto: Andrei Schnell

Frage: Was sind die Aufgaben des neu geschaffenen Büros für Bürgerbeteiligung?

Kira Möller: Ganz grob gesagt, ist das Büro die Schnittstelle zwischen Bürgerschaft und Verwaltung. Ich bin Ansprechpartnerin zum Thema Bürgerbeteiligung sowohl intern im Rathaus als auch extern für die Bürgerschaft. Ich bin da, wenn Menschen sich informieren wollen, welche Beteiligungen aktuell anstehen. Auch wenn sie wissen möchten, wie sie sich beteiligen können oder zu einer anstehenden Entscheidung im Bezirk Beteiligung anregen können. Langfristiges Ziel ist es, eine Kultur der Beteiligung in Mitte aufzubauen. Dann ist es für die Verwaltung selbstverständlich, regelmäßig Beteiligung anzubieten und für die Bürgerschaft sich einzubringen.

Frage: Worin liegt die Stärke von Beteiligung? Warum lohnt sich der Aufwand?

Kira Möller: Ein Vorteil ist, dass man viel Wissen in einen Entscheidungsprozess einspeisen kann. Man hat viel breitere Perspektiven. Das entscheidende Amt entdeckt möglicherweise neue Varianten. Es wird Akzeptanz für Entscheidungen geschaffen, weil die Bürger gehört wurden und mitgestalten konnten. Beteiligung schafft Möglichkeiten sich im eigenen Lebensumfeld zu engagieren und es aktiv mitzugestalten.

Frage: Es kommt auch vor, dass Menschen beklagen, sie hätten sich bei einer durchgeführten Beteiligung nicht richtig einbringen können. Was ist da wahrscheinlich schief gelaufen?

Kira Möller: Das empfinde ich als schade. Man muss dann fragen, warum ist dieser Eindruck entstanden? So darf zum Beispiel nicht im Vorfeld schon das Ergebnis entschieden sein. Wenn aus bestimmten Gründen keine Mitsprache möglich ist, dann muss man ehrlich sein und eine Informationsmaßnahme durchführen. Auch bringt es nichts, eine Beteiligung zum Bau eines Hauses zu starten, aber in Wahrheit kann nur entschieden werden, ob der Blumentopf rechts oder links vorm Haus steht. Es muss vorab klar dargelegt werden, was das Thema der Entscheidung ist. Wenn die Gegenstände der Beteiligung bekannt sind, dann ist es auch in Ordnung, wenn bestimmte Dinge vorab entschieden wurden. Es gibt zum Beispiel immer rechtliche Gründe, die nicht aufgehoben werden können. Und schlussendlich muss von vornherein klar sein, dass es darum geht, Kompromisse zu schließen.

Frage: Welche Eigenschaften braucht ein Verfahren, damit die Beteiligung wirklich ergebnisoffen verläuft?

Kira Möller: Ich empfehle immer die Zusammenarbeit mit einem externen Dienstleister. Dann kann ein Fachamt befragt werden und sein eigenes Interesse offen darlegen. Ein eigenes Interesse zu haben ist auch in Ordnung. Es muss bloß ehrlich und offen formuliert werden. Dann kann ein neutraler Dritter als Moderator auftreten und das Fachamt ist ausschließlich Akteur und hat keine Doppelrolle als Durchführer und Handelnder.

Frage: Mitte hat viele Quartiersmanagements, deren zentrale Aufgabe Beteiligung ist. Und es gibt auch viele Beteiligungsprojekte, wie zum Beispiel das Projekt Soldiner Kiez-Tausch oder WohnRaum. Wie werden Sie mit diesen zusammen arbeiten?

Kira Möller: Ich bin gerade dabei, die Akteure im Bezirk zu besuchen. Dabei werde ich auch die Erwartungen an mich abfragen. So besuche ich aktuell die Stadtteilkoordinationen, zum Beispiel Frau Meike Jansen in der NachbarschaftsEtage. Wir planen eine gemeinsame Veranstaltung, die demnächst stattfinden wird. Auch Beteiligungsprojekte können sich an mich wenden, wenn sie Unterstützung brauchen. Ich berate gerne zur Planung, Durchführung und Auswertung von Beteiligungsveranstaltungen. Auch bei Fragen zur Öffentlichkeitsarbeit oder Zielgruppenansprache kann man sich an mich wenden.

Weiterführende Informationen

Das Büro für Bürgerbeteiligung stellt sich auf einer Unterseite des Bezirksamtes Mitte vor.

26. Januar 2018