Neues Leben in alter Kirche

Pfarrerin Veronika Krötke will die markante Stephanuskirche in der Prinzenallee wieder zu einen zentralen Treffpunkt im Soldiner Kiez machen.

Stephanuskriche

Kehrt kirchliches Leben in die Stephanuskirche zurück?

Pfarrerin Veronika Krötke

Pfarrerin Veronika Krötke

"Es ist viel Geduld notwendig", sagt Pfarrerin Veronika Krötke. Sie ist zusammen mit Pfarrer Andreas Hoffmann und Superintendent Martin Kirchner für die immer noch geweihte Kirche zuständig. Sie möchte die Kirche öffnen und wieder stärker in den Kiez wirken lassen.

Kultur kann bei dieser Öffnung ein Teil sein, auch drei bis vier Gottesdienste pro Jahr kann sich die erst seit einem Jahr in der Kirchengemeinde an der Panke arbeitende Pfarrerin vorstellen. Aber vor allem Beratungs- und Bildungsangebote will sie schaffen. Sie spricht von "unserem diakonischen Auftrag, den wir als Kirche haben" und verweist auf "Stephanus, den Armenhelfer". Etwas konkreter sagt sie: "Ein langfristiges Ziel ist, die Kirche umzunutzen. Das heißt, es soll ein Konzept für die Kirche erstellt werden, das trägt und das für Gemeinde und den Kiez gleichermaßen sinnvoll ist." Sie sagt weiter: "Wir wollen etwas machen, damit es sich lohnt in die Kirche zu investieren. Wenn die Menschen die Kirche lieben, dann ergibt sich etwas."

Mit Menschen sind ausdrücklich nicht nur Kirchenmitglieder gemeint. "Bei allem, was wir machen, wir brauchen engagierte Menschen." Und die will die Pfarrerin gewinnen. Zunächst macht sie auf den mit 80 Mehter hohen Turm eigentlich nicht zu übersehenden roten Backsteinbau aufmerksam. Dazu veranstaltet sie jeden Freitag von 14 bis 18 Uhr eine offene Kirche. In dieser Zeit kann jeder einfach vorbei schauen, reden, die Ruhe des Ortes genießen oder sich den berühmten Kronleuchter ansehen. Außerdem gibt es jeden ersten Freitag im Monat "Orgel mit Biss". Zu dem Orgelspiel mit anschließendem Essen seien zum zweiten Termin im Juni bereits 80 Nachbarn gekommen. 

Die evangelsiche Gemeinde an der Panke hat rund 5.900 Mitgleider und drei Kirchen. Das sind neben der Stephanuskirche die St.-Paul-Kirche in der Badstraße und die Martin-Luther-Gemeindehaus in der Wollankstraße.

Architektonisch ist die Stephanuskirche das Wahrzeichen des Soldiner Kiezes. Doch in dem 1904 eröffneten Kirchbau ist in den letzten Jahren ruhig geworden. Die Pfarrerin Veronika Krötke, die das ändern möchte, arbeitet seit April 2016 im Kiez. Zuvor hatte sie drei Jahre lang eine Doppeldienststelle. So war sie Pfarrerin der Kirchengemeinde Boxhagen-Sralau im Friedrichshain und war Ephora des Theologischen Konvikts (Leiterin des evangelischen Studierendenwohnheims) in Mitte. Von dem imposanten Kirchbau in der Prinzenalle war sie sofort angetan, wie sie sagt. Vor ihrem Theologiestudium hat Krötke den Beruf Hotelfachfrau erlernt.

30. Juni 2017