Wie gut kennen Sie den Kiez?

Soldino - das Spiel wurde im letzten Jahr im Kiez entwickelt. Nun geht es für Kiezkenner ans Spielen. Zum Beispiel am 22. März im Labyrinth Kindermuseum.

Das Spiel Soldino

Das Spiel Soldino.

Karsten Drohsel lädt ein zum Spielen. Das Spiel, das er am 22. März in den Geburtstagsraum des Labyrinth Kindermuseums mitbringt, heißt Soldino. Er ist nicht der Erfinder des Spiels, aber er hat Bewohner und Bewohnerinnen des Soldiner Kiezes im letzten Jahr in mehreren Workshops angeleitet, ihr eigenes Spiel zu ihrem Kiez zu entwickeln.

Soldino ist ein Assoziationsspiel. Es besteht aus Wörtkarten. Die Wörter wurden während der Workshops im letzten Jahr gesammelt und stehen in einer gewissen Beziehung zum Soldiner Kiez. Außerdem gibt es Bildkarten, die Fotos vom Kiez zeigen. Aufgabe ist es, aus Fotos und Worten eine Geschichte zu erzählen, eine Anekdote oder einfach nur Dinge, die einem spontan einfallen.

"Das Spiel ist nicht starr", sagt Karsten Drohsel, "manche Spieler wollen wie bei einem Wettbewerb gegeneinander spielen. Dann werden Punkte vergeben, etwa für die schönste Geschichte vergeben." Das Spiel erlaubt es aber auch, kooperativ zu spielen. Oder durch leichte Regeländerungen kann sich auch ein komplett anderes Spielgefühl ergeben. "Wer es ausprobiert, der ist gefangen von dem Spiel", warnt Karsten Drohsel.

Einige Einrichtungen im Kiez, denen er das Spiel bereits vorgestellt hat, sehen in dem Spiel ein Werkzeug, sagt Drohsel. Etwa um sich fremde Personen schnell miteinander bekannt zu machen. Auch eine Version für Kinder sei bereits in Arbeit.

Karsten Drohsel ist Spielentwickler geworden, weil er als Lehrbeauftragter an der Universität wollte, dass seine Studenten und Studentinnen der Stadtplanung sich die Stadt möglichst genau ansehen. Zur Zeit arbeitet er im Implusbüro "immer an der Schnittstelle Mensch und Stadt". Er entwickelt performative Formate, berät Kommunen oder initiert Beteiligungsformate.

21. März 2017